Nr.31/05 4.8.2005

Wer ist Günter Ackermann?


Das Verleumdungspapier der so genannten ,,Roten Garde in der MLPD" (siehe S. 22, unten) wurde der Redaktion als erstes von Lesern zugestellt, die dieses per E-Mail von Günter Ackermann bekommen haben. Das wirft die Frage auf: Wer ist Günter Ackermann?

Bereits 1967 trat er als Mitbegründer einer ,,Freien Sozialistischen Partei (FSP)" in Erscheinung. Die FSP richtete sich gegen den Verrat von der SPD und der inzwischen revisionistisch entarteten KPD (Vorläuferin der DKP). Diese Parteigründung war ein dilettantisches Projekt, das rasch in einem Fiasko endete. Ackermann beteiligte sich danach mit Werner Heuzeroth an einem zweiten Anlauf zur FSP, verließ diese Gruppe jedoch bereits nach acht Monaten wieder. (Siehe ,,Geschichte der MLPD", I. Teil, S. 27) Vor Gericht bewarfen sich Ackermann und Heuzeroth wegen eines Vervielfältigungsapparats anschließend gegenseitig mit Schmutz - schon damals wurde das Niveau dieses geltungssüchtigen, Phrasen dreschenden Sektierers deutlich. In der 1968 neu gegründeten KPD/ML beteiligte sich Ackermann dann im April 1970 wieder aktiv an deren erster Spaltung. Inzwischen von Frankfurt nach Köln umgezogen, richtete sich sein Intrigantentum speziell gegen Willi Dickhut, der den Landesverband NRW der KPD/ML auf eine proletarische Linie ausrichtete (siehe dazu: REVOLUTIONÄRER WEG 4/1970, ,,Der Kampf um die proletarische Linie"). Seine nächste Station war die KPD/ML-Zentral-Büro, eine kleinbürgerliche Gruppe, die sich im Januar 1973 auflöste. Er schrieb das Buch ,,Wir gehen nach vorn" über den Streik bei Mannesmann in Duisburg und wandte sich dann 1975 einer Hochschulkarriere zu, die er 1984 in Polen abschloss.

Nach dem Ende der DDR war die PDS seine nächste Station: 1995 Vorsitzender des Kreisverbandes Duisburg der PDS. Im Mai 2004 drohte er in dieser Funktion MLPD-Genossen, die auf einer PDS-Landtagswahlveranstaltung auftraten, sie mit der Polizei zu entfernen, falls sie nicht den Platz verließen. (siehe RF 19/2000). 2001 verließ er die PDS und konzentriert sich seitdem als parteiloser Bezirksvertreter in Duisburg-Mitte auf seine Internet-Zeitung (www.kommunisten-online.de). Dort bezeichnet er den Vorschlag der MLPD für eine gemeinsame linke Liste zu den Bundestagswahlen als ,,Einheitsbesoffenheit" und beschimpft Stefan Engel als ,,Möchtegern-Mitgestalter des Kapitalismus". Wo sich eine erfolgreiche überparteiliche Aktionseinheitspolitik entwickelt, beteiligt sich Ackermann aktiv an deren Spaltung, wie 2004 bei der Montagsdemo-Bewegung in Duisburg. Eine wesentliche Ursache für sein liquidatorisches Treiben liegt in seiner verächtlichen Einstellung gegenüber den Massen. Voller Arroganz sagt er über diese, dass sie ,,das für links und oppositionell" halten, ,,was ihnen die bürgerlichen Medien als solches verkaufen". (aus dem Ackermann-Pamphlet ,,MLPD-Chef Stefan Engel schreibt einen Brief").

(dk/sb)




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